Eine Partnerschaft sollte uns glücklich machen – zumindest einen Großteil der Zeit. Toxisch wird eine Beziehung genannt, wenn sie uns unglücklich statt glücklich macht, wenn sie mehr Kraft kostet, als Energie einbringt. Dabei sind es spezielle Verhaltensweisen des Partners, die eine Beziehung derart vergiften, dass sie uns einfach nicht mehr guttut. Dazu kann gehören, den Partner immer wieder zu verletzen, Missverständnisse nicht aufzuklären, fortlaufend Schuldzuweisungen zu machen, mit Liebesentzug zu drohen, den Partner klein zu machen, den Frust am Partner auszulassen, seinen Wert infrage zu stellen usw. Egal, was der andere Partner tut, er kann es dem Partner nicht recht machen. Doch wie kommt es zu einer toxischen Beziehung? Warum verhält sich der Partner so? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Inhalte des Artikels “Toxische Beziehung und Narzissmus – wenn Liebe schadet” im Überblick

+ Tiefer Fall: Wie kommt es zu einer toxischen Beziehung?
+ Narzissmus: Warum verhält sich ein Partner toxisch?
+ Befreiung: Was kann man bei einer toxischen Beziehung tun?

Was kann man gegen eine toxische Beziehung tun?

Startseite » Toxische Beziehung und Narzissmus – wenn Liebe schadet

Tiefer Fall: Wie kommt es zu einer toxischen Beziehung?

Toxische Beziehungen fangen oft besonders emotional an. Die beiden Partner fühlen sich leidenschaftlich zueinander hingezogen, verschmelzen nahezu miteinander und schweben gemeinsam auf Wolke 7. Doch irgendwann beginnt ein Partner sich zu wandeln, kritisiert den Partner immer wieder, macht ihm Vorwürfe oder zieht sich schweigend zurück. Durch den Rückzug des toxischen Partners wird der andere Partner verunsichert, gerät unter Stress, verzweifelt immer mehr, bemüht sich, alles richtig zu machen – und hat doch keine Chance.

Der toxische Partner nutzt wiederum diese Unsicherheit aus und macht den anderen noch weiter nieder, gibt ihm die Schuld an der schlechten Stimmung usw. Der andere Partner bekommt das Gefühl, dass alles an ihm liegt, dass er wertlos ist, dass er weiter um die Beziehung kämpfen muss – und der Teufelskreis geht immer weiter.

Narzissmus: Warum verhält sich ein Partner toxisch?

In toxischen Beziehung ist der toxische Partner meistens Narzisst. Narzisstische Menschen handeln aus dem Gefühl heraus, dass sie den anderen brauchen, um sich selbst gut zu fühlen. Deshalb muss der Partner genauso sein, wie der Narzisst ihn haben will. Narzisstische Partner sind so sehr damit beschäftigt, ihr eigenes Selbstwertgefühls aufzupolieren, dass ihnen der gefühlvolle Blick für den Partner völlig fehlt.

Narzisstische Menschen haben also ein Problem mit sich selbst, wollen sich damit aber nicht auseinandersetzen und projizieren ihren Selbsthass, ihre Schuldgefühle, ihre Selbstzweifel usw. auf den Partner, um diese schlechten Emotionen loszuwerden. Durch die Erniedrigung des Partners fühlen sich narzisstische Menschen selbst besser und werden in der Regel auch noch mehr umworben, denn der erniedrigte Partner wird all seine Energie investieren, um es dem narzisstischen Partner recht zu machen und ihn zu halten. Das tut der Seele des Narzissten besonders gut, weshalb er an der toxischen Beziehung nur zu gerne festhält.

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Befreiung: Was kann man bei einer toxischen Beziehung tun?

Eine toxische Beziehung entwickelt sich in der Regel schleichend. Der gesunde Partner merkt zwar, dass etwas schiefläuft, sucht aber den Grund und die Schuld bei sich selbst. Gesunde Menschen kommen gar nicht auf die Idee, dass mit dem geliebte Partner etwas nicht stimmen könnte und dass er tatsächlich so manipulativ ist. Narzissmus sieht man dem anderen einfach nicht sofort an der Nasenspitze an.

Werden die Probleme in der Beziehung angesprochen, wird der toxische Partner immer mit Augenrollen, Abwinken, Verdrehen von Aussagen usw. reagieren. Je mehr der gesunde Partner versucht, den Konflikt zu klären, desto mehr wird er niedergemacht. Erst, wenn dem gesunden Partner bewusst wird, dass es sich um eine toxische Beziehung handeln könnte, gibt es die Chance, etwas dagegen zu tun.

Schritt 1: Toxische Beziehung identifizieren

Um den Teufelskreis einer toxischen Partnerschaft zu durchbrechen, muss sich der gesunde Partner seiner selbst wieder bewusst werden. Wenn Sie das Gefühl haben, in einer toxischen Beziehung zu stecken, sollten Sie Ihre Erwartungen und Wünsche an eine gelungene Partnerschaft schriftlich formulieren und mit der jetzigen Partnerschaft vergleichen. Sie werden schnell sehen, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht zur Deckung zu bringen sind. Letztendlich sollte eine Partnerschaft Kraft geben und nicht Energie rauben. Ist die Partnerschaft größtenteils von Streit, Stress und Schmerz geprägt, sollten Sie sich fragen, ob es das ist, was Sie wirklich wollen: Tut mir mein Partner wirklich gut? Erkennt er meinen Wert? Stehen Kritik oder Mitgefühl im Mittelpunkt? Kann das wahre Liebe sein?

Erst, wenn Sie sich klar gemacht haben, dass es so nicht weitergehen kann, können Sie einen Ausstieg aus der vergifteten Beziehung schaffen. Folgende Anzeichen helfen dabei, eine toxische Beziehung zu identifizieren:

  • Sie können es Ihrem Partner nie recht machen.
  • Ihr Partner hat ständig unerwartete Stimmungsschwankungen.
  • Sie können nicht mehr Sie selbst sein, um akzeptiert und bestätigt zu werden.
  • Ihre Beziehung treibt Sie in eine Isolation von Freunden und Familie.
  • Ihr Partner verdreht die Realität, sodass Sie immer mehr an sich zweifeln.
  • Alles dreht sich um die Probleme und Wünsche des Partners.
  • Sie fühlen sich immer mehr abhängig von Ihrem Partner.
  • Obwohl Sie immer mehr in die Beziehung investieren, verbessert sich nichts.

Schritt 2: Toxische Beziehung beenden oder heilen

Wer in einer toxischen Beziehung steckt, kann oft nicht glauben, dass die so großartig begonnene Partnerschaft eine solche Falle geworden ist. Wo sind Liebe und Leidenschaft geblieben? Hilfreich ist es, mit Freunden oder Familie zu reden, von außen sind toxische Beziehungen oft sehr gut zu erkennen. Lassen sie sich darin bestärken, dass da etwas schiefläuft und dass nicht Sie es sind, der die Beziehung zerstört, sondern dass Sie in eine Opferrolle geraten sind. Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen: Narzisstische Partner werden sich kaum von sich aus ändern. Meistens hilft es nur, einen Schlussstrich unter die vergiftete Beziehung zu ziehen und den Kontakt komplett abzubrechen.

Nur wenn der toxische Partner bereit ist, sich mit seinen ungesunden Beziehungsmustern und dem Thema Narzissmus aktiv auseinanderzusetzen und im Rahmen einer Paartherapie an sich selbst und gemeinsam mit Ihnen an der Beziehung zu arbeiten, besteht überhaupt eine Chance, die toxische Beziehung zu heilen und gemeinsam wieder glücklich zu werden.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema „Toxische Beziehung“ oder brauchen Unterstützung, Ihre Partnerschaft zu heilen? Dann schreiben Sie mir gern per E-Mail oder rufen Sie mich an!

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