Sich um alles alleine kümmern: Kinder, Haus, Einkaufen, Termine organisieren. Das kann alles sehr belasten. Vor allem wenn der Eindruck entsteht, vom Partner völlig allein gelassen zu werden. Schnell kann das die ganze Beziehung belasten.
Und das, obwohl es doch nur um solche Kleinigkeiten geht wie Wäsche waschen oder Geschirr liegen lassen. Aber geht es im Kern wirklich darum? Wahrscheinlich nicht.

Inhalte des Artikels „Ich muss mich um alles alleine kümmern: Wenn der Partner nichts im Haushalt macht“ im Überblick

+ „Ich muss im Haushalt alles alleine machen.“
+ „Muss ich wirklich?“
+Geht es nicht vielmehr darum: Wer investiert wie viel in die Beziehung?
+ Die entscheidende Frage: „Reicht mir das?“
+ Fazit zur Thematik „Ich muss mich um alles alleine kümmern.“

Ich muss mich um alles allein kümmern: Mein Partner hilft nicht im Haushalt

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„Ich muss im Haushalt alles alleine machen.“

Wie oft ärgert man sich und denkt: „Ich muss mich um alles alleine kümmern.“ In unserer modernen Gesellschaft tritt diese Problemlage längst unabhängig vom Geschlecht auf. Sie kann Frauen ebenso betreffen wie Männer, wenn man eine gemeinsame Wohnung hat.

Schwangerschaft ist oft eine Phase, in der solche Gedanken bei den meisten Frauen auftreten. Häufig landen schwangere Frauen oder junge Frauen dann in einer Spirale von Sätzen wie:

  • „Mein Mann macht nichts von alleine.“
  • „Mein Mann ist nur mit sich beschäftigt.“

Nach der Geburt, wenn Frauen zuhause bleiben, kreisen sich die Gedanken um Sätze wie:

  • „Gemeinsame Kinder bekommen habe ich mir anders vorgestellt.“
  • „Ich koche, wasche, muss die Kinder abends ins Bett bringen…!“
  • „Immer muss ich mich um das Kind kümmern.“
  • „Und im Haushalt hilft er auch nicht.“
  • “Kind und Haushalt, Müll raus bringen – alles muss ich allein erledigen.”
  • “Muss ich mir das gefallen lassen – gerade wenn die Kinder krank sind?”

Wird das Kind größer, geht in eine Kita und wird selbständiger, kann sich das Blatt genauso gut wenden. Frauen, die dann Ihrer beruflichen Verwirklichung verstärkt nachgehen, hören von Ihrem Mann oftmals Sätze wie:

  • „Im Haushalt helfe ich viel mehr als jeder andere Mann unter Freunden und Familie.“
  • „Dir fällt gar nicht auf, dass Du mittlerweile 60 Stunden die Woche mit der Arbeit beschäftigt bist?“
  • „Wie soll so ein Verhältnis Mutter-Kind entstehen?“

Wenn der Partner nichts im Haushalt macht oder viel Zeit pro Woche woanders verbringt, kann es echt anstrengend werden. Vor allem kann dann die Art und Weise des Umgangs miteinander zu nachhaltigen Konflikten führen. In der Regel reicht schon der subjektive Eindruck „Ich muss im Haushalt alles alleine machen.“

„Muss ich wirklich?“

Ein Lösungsansatz kann es sein, sich selbst zu hinterfragen. Ist die eigene Vorstellung „Ich muss mich um alles alleine kümmern.“ eventuell nur ein Glaubenssatz? Was steckt wirklich dahinter?

  1.   In jedem Falle lohnt es sich, herauszufinden, wer überhaupt welche Erwartung hat. Erwartet der Partner von einem, dass man sich um alles alleine kümmern muss? Oder sind es vielleicht eigene Erwartungen, die man an sich selbst stellt?
  • Und wenn ja, warum eigentlich? 
  • Vielleicht weil man sich für unentbehrlich hält? 
  • Oder weil man sich gebraucht fühlen möchte? 
  • Oder weil man schon immer gedacht hat, 120% geben zu müssen? 
  • Viele, denen es so geht, vergessen dabei, für sich selbst zu sorgen.
  1. Ebenfalls kann es sich lohnen, bestimmte Aufgaben über einen nennenswerten Zeitraum schlicht nicht zu erledigen. Diese Vorgehensweise kann zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen:
  • Die eine Möglichkeit ist, dass plötzlich der Partner die liegen gelassenen Dinge selbst erledigt.
  • Eine andere Möglichkeit ist, dass die Aufgabe gar nicht erledigt wird.
  • Bei beiden Varianten ist vor allem eines sehr wahrscheinlich: Das Thema kommt in irgendeiner Weise zur Sprache. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer gemeinsamen Problemlösung.
  1. Eine andere Strategie ist es, sich das schlimmste Szenario auszumalen. 
  • Was passiert im schlimmsten Fall? Wenn ich mich um eine bestimmte Sache nicht kümmere und es auch kein anderer tut? 
  • Wen stört es zuerst? 
  • Was ist der größtmögliche Schaden? 
  • Und wie schlimm wäre dieser? 
  • Und schließlich das Wichtigste. Zu welchem Schluss komme ich bei einem Vergleich zwischen dem schlimmsten Szenario mit dem status quo. Wäre der hypothetische „Worst case“ für mich eventuell besser zu ertragen als der jetzige Zustand?

Geht es nicht vielmehr darum: Wer investiert wie viel in die Beziehung?

Abseits dieser Strategien ergibt es Sinn, sich zu überlegen, worum es geht beim Thema „Ich muss mich um alles alleine kümmern“. Wirklich um Wäsche waschen? Wirklich um Kinder ins Bett bringen? Oftmals nicht wirklich.

Streit und schlechte Stimmung beseitigt man nicht, indem man Symptome bekämpft. Man muss an die Ursachen ran. Streit um Wäsche Waschen und Kinder ins Bett bringen sind bloße Symptome.

Die Ursachen liegen meist woanders. In aller Regel geht es dem unzufriedenen Partner übergeordnet um das Investieren in die Beziehung. Er hat das Gefühl, unterm Strich mehr in die Beziehung zu investieren als sein Partner. Und das trägt er aus über Themen wie Wäsche waschen und Kinder ins Bett bringen.

Deswegen bleibt es oft erfolglos, wenn man nur punktuell Regeln aufstellt („Heute bringst Du ins Bett, morgen ich.“). Zwar mag der Streit wegen dieser konkreten Sache dann zeitweise beigelegt zu sein. Wenn bei einem Partner unterm Strich trotzdem das Gefühl von Ungerechtigkeit bleibt, kommt der Konflikt an anderer Stelle wieder hoch.

Die Ursache des Ganzen liegt in aller Regel in einem Gefühl fehlender Wertschätzung. Es ist also weniger die Erschöpfung vom Wäsche waschen und Kinder ins Bett bringen. Sondern vielmehr der Groll darüber, dass das vom Partner nicht gesehen wird.

Was dabei hilft: Mit dem Partner darüber sprechen. ABER: Man sollte als Vorbereitung vor einem solchen Gespräch einen realistischen Blick auf die Investition des Partners werfen. Was tut der Partner alles für die Beziehung, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheint?

Diese Vorüberlegung ist aus zweierlei Gründen sehr wichtig:

  1. Man geht mit weniger Groll in das Gespräch. Dadurch trägt man selbst zu einer besseren Atmosphäre bei.
  2. Man zeigt dadurch dem Partner, dass man jedenfalls manchmal seinen Einsatz erkennt und wertschätzt. Dadurch findet man beim Partner leichter Gehör.

Natürlich kann auch trotz einer solchen Vorgehensweise sein, dass man beim Partner nicht weiterkommt. Dann stellt sich die Frage, wie man damit umgehen soll.

Die entscheidende Frage: „Reicht mir das?“

Ist man trotz Überlegungen, Strategien und Versuche der Ansicht unterm Strich mehr als der Partner in die Beziehung zu investieren, muss man sich eine Frage stellen.

Die richtige Frage lautet nicht, wie viele glauben „Ist das normal so?“. Es gibt kein normal. Und selbst wenn es ein normal gäbe, hätte es keine Bedeutung. Letztlich kommt es darauf an, ob diese beiden Partner mit diesem Zustand der Beziehung glücklich sind. Und glauben, auch in Zukunft damit glücklich sein zu können.

Die richtige Frage lautet ebenfalls nicht: „War das schon immer so?“. Auch hier gilt dasselbe Spiel. Es spielt keine Rolle, ob das Verhalten des Partners von Beginn an so war oder sich erst im Laufe der Jahre so entwickelt hat. 

Viel entscheidender ist, wie dieses Verhalten aus heutiger Sicht empfunden wird. Und was die Gründe für diese Empfindung sind. Allein entscheidend ist daher die Frage „Reicht mir das?“. Mit anderen Worten: „Werde ich mich mit diesem Störfaktor künftig arrangieren können oder nicht?“.

Diese Frage kann sich nur derjenige beantworten, der sie sich selbst stellt. Und dafür ist es sehr wichtig, dass sich der Fragende hierfür eine Frist setzt. Eine pauschale Empfehlung für eine angemessene Frist gibt es nicht. Sie hängt sehr von Dauer der Beziehung, Dauer und Intensität des Störgefühls und auch der aktuellen Lebensumstände ab.

Fazit zur Thematik „Ich muss mich um alles alleine kümmern.“

Um sich einer Lösung der Problematik „Ich muss mich um alles alleine kümmern.“ schrittweise zu nähern, ist in erster Linie die Frage nach dem „müssen“ zu analysieren. Manchmal glaubt man auch nur, zu müssen. Darüber hinaus empfiehlt sich immer ein realistischer Blick auf die möglicherweise schwer sichtbaren Einsätze des Partners. 

Und schließlich die Frage, ob man einen unveränderten Zustand in einer gemeinsamen Zukunft in Kauf nehmen möchte. Oder sich lieber für getrennte Wege entscheidet.

Haben Sie weitere Fragen zu dem Thema „Ich muss mich um alles alleine kümmern“, schreiben Sie mir gern per E-Mail oder rufen Sie mich an!

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