Ein Lebensratgeber gab einmal den klugen Rat, dass folgender Satz angeblich Ehen retten solle: „Wie meinst Du das?“ Klingt banal, aber wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt, ist da viel Wahres dran. Denn Beziehungsprobleme entstehen oft durch falsche Kommunikation und dadurch hervorgerufene Missverständnisse. Dabei ließen sich viele Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft ganz einfach vermeiden.

Inhalte des Artikels „Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft“ im Überblick

+ Kommunikationsproblem 1: Unausgesprochene Erwartungen
+ Kommunikationsproblem 2: Unklare Formulierungen
+ Kommunikationsproblem 3: Du-Vorwürfe statt Ich-Botschaften
+ Kommunikationsproblem 4: Passivität und Desinteresse
+ Kommunikationsproblem 5: Falscher Zeitpunkt
+ Kommunikationsproblem 6: Forderungen statt Bitten
+ Kommunikationsproblem 7: Negativität statt Positivität
+ Fazit: So klappt die Kommunikation in Beziehungen

So lassen sich viele Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft vermeiden

Startseite » Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft

Kommunikationsproblem 1: Unausgesprochene Erwartungen

Auch wenn die Liebe noch so groß ist: Kein Mensch kann Gedanken lesen. Statt zu erwarten, dass der Partner die eigenen Wünsche und Bedürfnisse genau kennt und jede Stimmung mit feinen Antennen sofort wahrnimmt und darauf reagiert, sollten die eigenen Erwartungen lieber offen kommuniziert werden. Wer stillschweigend bestimmte Verhaltensweisen vom anderen erwartet, wird viel zu leicht enttäuscht.

Kommunikationsproblem 2: Unklare Formulierungen

Um Missverständnisse mit dem Partner zu vermeiden, sollten Sie in der Kommunikation klare Formulierungen wählen. Satt zu sagen „Wollen wir nicht mal wieder was zusammen unternehmen?“, sollten Sie es besser konkreter formulieren: „Ich würde gerne am nächsten Samstag mit Dir beim Italiener essen gehen. Hättest Du Zeit und Lust?“ So bleibt kein Raum für Spekulationen und der Partner kann direkt darauf reagieren: „Zum Italiener gerne, aber Samstag passt es mir nicht. Wie wäre es mit Freitagabend?“ Die erste Frage ist zu allgemein, da müsste Ihr Partner raten, was Ihre konkreten Wünsche sind.

Mit klarer Kommunikation kommt man auch im Haushalt weiter. Den Müllbeutel neben die Haustür zu stellen und zu erwarten, dass der Partner ihn selbstverständlich herunterträgt, kann nach hinten losgehen, wenn der Partner den Müllbeutel nicht mitnimmt. Eine klare Kommunikation kann hier helfen: „Könntest Du bitte den Müllbeutel runterbringen?“ Eine Antwort wie „Ich bin spät dran, aber ich mache es sofort, wenn ich vom Sport zurückkomme“ fühlt sich dann deutlich besser an, als den liegengebliebenen Müllbeutel im Flur zu entdecken.

Kommunikationsproblem 3: Du-Vorwürfe statt Ich-Botschaften

Es ist nicht falsch, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren. Allerdings sollte das nicht in Form eines Vorwurfs geschehen. Ein Vorwurf drängt das Gegenüber sofort in eine Verteidigungsposition und es wird auf Abwehr geschaltet.

Um das zu vermeiden, sollten Ich-Formulierungen statt die Du-Form genutzt werden: „Ich brauche Hilfe im Haushalt“ statt „Du hilfst nie im Haushalt“ kommt beim Partner einfach anders an und Sie werden Ihr Ziel viel eher erreichen als mit einem Vorwurf.

Vor allem vor allgemeinen Bewertungen wie „Du bist faul“ sollten Sie sich hüten. Stattdessen ist es zielführender zu sagen „Wenn Du auf dem Sofa sitzt, während ich alleine aufräume, fühlt sich das für mich nicht gut an. Deshalb würde ich mir wünschen, dass Du mir beim Aufräumen hilfst und wir dann gemeinsam fernsehen können.“ Ja, das ist ein langer Satz, kostet letztendlich aber viel weniger Zeit und Energie als ein eventueller Streit.

Kommunikationsproblem 4: Passivität und Desinteresse

Natürlich kann es vorkommen, dass man mal mit den Gedanken woanders ist und nicht genau zuhört. Zum Normalfall sollte das aber nicht werden. Wenn ein Partner redet, sollte der andere sich ihm zuwenden und ihm zuhören, statt nebenbei fernzusehen oder am Handy zu spielen und beiläufig zustimmend zu brummen. Dann fühlt sich der andere nämlich nicht ernst genommen. Besser ist es, den Gesprächspartner anzusehen und auf das Gesagte einzugehen, genauer nachzufragen, die eigene Meinung dazu zu äußern usw., da das vom Partner als Interesse und Anteilnahme wahrgenommen wird.

Kommunikationsproblem 5: Falscher Zeitpunkt

Es gibt Momente, da hat man einfach keine Zeit oder Energie für eine Kommunikation mit dem Partner, zum Beispiel wenn man müde oder gestresst ist oder gerade mit etwas anderem beschäftigt. Statt dann nur mit einem halben Ohr zuzuhören, sollte das klar kommuniziert werden. Wer gestresst oder müde ist, regiert oft gereizt und erwischt den falschen Ton.

Besser ist es, dem Partner klar zu sagen, dass jetzt der falsche Zeitpunkt für ein Gespräch ist. „Ich bin heute sehr müde. Können wir uns bitte morgen Abend über Deine Urlaubspläne unterhalten!?“ oder „Ich gucke noch eben den Krimi zu Ende, danach können wir das in Ruhe besprechen.“ Wer sich gerade gestresst fühlt, sollte zudem von sich aus besser erstmal entspannen und keine Diskussion beginnen. Die eigene Stimmung schwingt in der Kommunikation immer mit, auch wenn der Partner gar nicht schuld am eigenen Befinden ist.

Vor allem, wenn Probleme in der Beziehung angesprochen werden sollen, sollte ein ruhiger Zeitpunkt gewählt werden. Emotional aufgeladen kann Kommunikation nicht sachlich, respektvoll und verständnisvoll gelingen.

Kommunikationsproblem 6: Forderungen statt Bitten

Die Kommunikation in einer Beziehung sollte von Wertschätzung, Respekt und Rücksicht geprägt sein. Hier hilft es ungemein, mit Bitten statt mit Forderungen zu arbeiten. So hören sich Formulierungen wie „Könntest Du bitte …?“, „Hast du vielleicht Lust …?“, „Ich würde mich freuen, wenn …?“ deutlich netter an als „Du musst …“. Das nimmt Druck aus der Beziehung und erhöht die Bereitschaft, der Bitte nachzukommen, einen Kompromiss zu finden oder eine Sache gemeinsam zu schaffen. Druck hingegen weckt oft Widerstand.

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Kommunikationsproblem 7: Negativität statt Positivität

Gerade in langjährigen Beziehungen sieht man den Partner leicht als selbstverständlich an und redet nur noch miteinander, wenn es etwas im Alltag zu klären gibt oder wenn Probleme auftauchen. Lob, Anerkennung oder Komplimente, wie wir sie am Anfang der Beziehung vielleicht noch verteilt haben, kommen dabei in der Regel viel zu kurz. Stattdessen sollte Kommunikation in einer Beziehung immer auch genutzt werden, um dem anderen ein gutes Gefühl zu geben und sich wieder nahe zu fühlen. Positive Kommunikation ist wie ein Lebenselixier für die Beziehung und sollte hier einen festen Platz bekommen.

Fazit: So klappt die Kommunikation in Beziehungen

  • Erwarten Sie nicht, dass Ihr Partner Gedanken lesen kann.
  • Sagen Sie klar und deutlich, was Sie sich von Ihrem Gegenüber wünschen.
  • Sprechen Sie in Ich-Botschaften und vermeiden Sie Vorwürfe.
  • Lassen Sie sich auf die Kommunikation wirklich ein und hören Sie aktiv zu.
  • Sagen Sie Ihrem Partner, wenn Sie gerade nicht reden können oder wollen.
  • Bitten Sie lieber freundlich statt einfach zu fordern.
  • Sparen Sie nicht an Lob, Anerkennung und Komplimenten.

Sie haben sich in ihrer Kommunikation verknäuelt und brauchen Hilfe beim Entwirren? Dann schreiben Sie mir gern per E-Mail oder rufen Sie mich an!

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